War Carlos die Verbindung zwischen dem KGB und der HDP?

Wenn alle verfügbaren Informationen zusammengefügt werden wird klarer warum die deutschen Rechtsorgane die Fälle Zagajski und Đureković zum Ruhen gebracht haben. Die UDBA befahl und organisierte diese Morde die jedoch, wie es scheint, von kroatischen Terroristen welche Verbindungen zur Carlos Organisation, einige Rädelsführer vermutlich auch direkt mit dem KGB verbunden waren, ausgeführt worden sind. Auf diese Art hat die HDP Emigranten eliminiert welche für sie eine Konkurrenz darstellten, sich aber als einzig fähige Kämpfer gegen Jugoslawien dargestellt, aber auch den Westen, welcher besterbt war Jugoslawien zu erhalten oder ein neues zu gründen, als unfähig darzustellen. Andererseits waren die Terroristen der HDP zeitweise zweifach gebunden: seitens der deutschen Dienste, aber auch seitens Carlos. Deshalb haben sie keine “Unannehmlichkeiten” in Deutschland gemacht, so auch nicht zur Zeit der Olympischen Winterspiele in Sarajevo im Februar 1984., welche der Vorsitzende des Präsidiums der SFRJ Mika Špiljak eröffnet hatte. Jugoslawien wollte es sich seinerzeit nicht mit der UDSSR verderben, welche die Terroristen kontrollierte, und hat deshalb Weinrich nach Syrien ausreisen lassen, (auch das deutsche Dossier nennt Syrien als Land in welchem Carlos eine Stütze und Kontakte mit dem KGB hatte) aber auch nicht mit dem Westen, vornehmlich nicht mit Deutschland. Deshalb hat Jugoslawien nicht darauf bestanden, dass mit der Praxis gebrochen wird Flüchtlingen aus der DDR Zuflucht in diplomatischen Vertretungen der BRD in der SFRJ zu gewähren.

Im STASI-ARCHIV in Berlin gibt es genügend Dokumente über den bekanntesten linken Nachkriegsterroristen nach Ernesto Che Guevara, Ilich Ramirez Sanchez Carlos. Dies verwundert in keinster Weise, da die europäische Basis von Carlos die DDR war. Über diese Basis berichtete den Ermittlern der UDBA Carlos 2., Johannes Weinrich, der im Herbst 1983. in Belgrad verhaftet und nach einigen Monaten Isolation nach Syrien ausgeliefert worden ist. An die Materialien über die Operation der UDBA unter der Bezeichnung “Karlo 2”, der Verhaftung Weinrichs und der jugoslawischen Staatsangehörigen Neda Radonić gelangte der slowenischen Forscher Roman Ljeljak im jugoslawischen Archiv und stellte diese Materialien den deutschen Ermittlern zu welche sich mit den Morden der UDBA, ausgeführt von der terroristischen Organisation Kroatische Staatsbildende Bewegung (HDP) in Deutschland in den achtziger Jahren, befassten.

Diese Unterlagen werfen ein neues Licht auf das bislang über die Zusammenarbeit der Organisation Carlos und der UDBA geschriebene in dem behauptet worden ist, dass Carlos für die UDB-a die kroatische radikale Emigration unter Kontrolle gehalten habe, aber auch andere Mythen über Carlos.

Die Dokumente über die Aktion “Karlo 2” bestätigen die These des Mezänas der Matica Hrvatska, Dr. Jure Petričević, vorgetragen 1986. und 1987. in der Publikation “Knjižnica slobode”, nämlich dass sich die Kroatische Staatsbildende Bewegung KGB sowie der UDBA.

Warum?

Die UDBA gibt zu, dass sie auf Anstoss des deutschen BND Carlos gemeinsam mit seinem seinerzeitigen Mitarbeiter Hans-Joachim Klein aus der westdeutschen terrorischen Organisation “Revolutioräre Zellen” verhaftet hat welcher der 1983. in Beograd verhaftete Weinrich auch angehörte.

Allerding, an keiner Stelle wird in den Dokumenten das erwähnt was die UDBA-Mitarbeiter Dušan Stupar und Božidar Spasić in serbischen Medien behauptet haben, nämlich dass Carlos und seine Leute in einer zweiseitigen Kombination gewesen seien, dass sie umgeworben worden sind für die UDBA die “kroatische faschistische Emigration” zu kontrollieren. Die jugoslawische UDBA befasste sich in erster Linie mit der Frage wer hinter Carlos stehe und hatte diesbezüglich den begründeten Verdacht, dass dies der KGB sei. Dieses ist auch sehr vorsichtig zum Ausdruck gebracht worden. Es wurde die Vermutung ausgesprochen, dass Ilich Ramírez Sánchez Carlos vom KGB während des Studiums in Moskau 1969-1971 angeworben worden sei und dort Kontakte zur PLO geknüpft habe.

Weiter wird erwähnt, dass Carlos Organisation 1982. begann eine wichtige Basis in Jugoslawien zu schaffen, und dass selbst Ilich Ramirez vom 26. Juni bis zum Jahresende in Beograd war, dort eine “efektive Basis” gründete, eine Wohnung in der Nikšička ulica mietete, im Hotel “Jugoslavija” “eröffnet er ein Telex auf den Namen “Michael”, aus Jugoslawien die Arbeit der Organisation koordinierte, mit Mitgliedern und Führungskräften kontaktierte und den Transport von Waffen, Sprengstoff und anderer terroristischer Ausrüstung kontrollierte. Beograd wurde praktisch eine ihrer wichtigsten Stützpunkte in Europa”.

Anfang 1983. kommt an seine Stelle Weinrich nach Belgrad. Es ist vermerkt, dass er als Koordinator aller Gruppen der Organisation Carlos in diesem Jahr aus Belgrad 11 mal nach Ost-Berlin gereist sei (dokumentiert in STASI-ARCHIV), 13 mal nach Budapest, 3 mal nach Damaskus und einmal nach Bukarest.

Carlos, Johannes Weinrich
Johannes Weinrich 1996-e vor dem berliner Gericht

Weinrich gestand die Zusammenarbeit der Organisation Carlos mit vielen fremden Diensten aus dem Warschauer Pakt und arabischen Länder mit sozialistischer Ausrichtung, nicht aber mit dem KGB. Der Wahrheit zur Liebe, die UDBA Ermittler haben sich nicht sonderlich bemüht diese ausdrücklich festzustellen weil aus allem übrigen ersichtlich war, dass diese bestanden haben und Jugoslawien am meisten den Einfluss der UDSSR auf die führende Rolle Jugoslawiens in der Bewegung den Blockfreien Staaten fürchtete.

Im Zusammenhang mit diesem Artikel ist es sehr wichtig, dass Weinrich den UDBA Ermittlern Beziehungen mit dem Regime Muammar al-Gaddafi in Libyen gestanden hat. In vielen UDBA-Dokumenten der unteren Ebenen, wie der der Republik BiH und des Zentrums in Kroatien, werden Beziehung des Nikola Štedul, Dinko Dedić und anderer Mitglieder der HDP zu Libyen erwähnt, dort hin seien Einzelne aus dieser kroatischen terroristischen Organisation zur Ausbildung, Waffenbeschaffung und ähnliches gereist.

Carlos, Dinko Dedić, Ante Šuto, Paris, Bruno Bušić
Dinko Dedić und Ante Šuto sind häufig aus Australien im Auftrage der HDP auf alle Kontinente gereist. Auf diesem Bild sind sie in den 1970-ern am Grab von Bruno Bušić in Paris. Dedić hat das Logo der HDP mit dem Bild Bruno Bušićs kreiert, offensichtlich inspiriert vom Leben und Wirken des linken Guerilakämpfer Ernesto Che Guevara. Dinko Dedić hat dem Mate Bašić im Globus 1994. gestanden, dass die HDP mit der UDSSR zusammengearbeitet hat.

Es ist schon hervorgehoben worden, dass die HDP gemäss einiger Angaben Kontakte zu verschiedenen Vertretern einiger mediteraner, nahöstlicher und zentralamerikanischer sowie anderer Staaten hatte. Trotz der Bewertung, dass einige dieser Kontakte in der Funktion fremder Geheimdienste und derer Versuch die Bewegung der Blockfreien Staaten zu zerschlagen war, sowie der Bemühungen Teiler fremder Faktoren (welchen sich die HDP anschloss) Jugoslawien der Begehung des Staatsterrorismus anzuklagen, meinen wir, dass diese Angaben einen werlosen Effekt haben wird und dass sie durch funktionale Einheit der Linien 01 und 02 gründlich zu überprüfen und weiter zu vertiefen sind.

Dies um so mehr, weil wir über Informationen verfügen, dass Dedić Dinko anlässlich seines diesjährigen Kommens aus Australien nach Europe in Libyen war und dort den Präsidenten der Sozialistische Libysch-Arabische Volks-Dschamachiria kontaktiert hat, sowie, dass der “Hrvatski tjednik” teilweise mit Geldern aus Libyen finanziert wird welche an die Islamischen Zentren in Australien geschickt werden und mit welchen die HDP in neuerster Zeit versucht eine feste Verbindung zu schaffen, so auch mit solchen Zentren in der BR Deutschland.

UGLJEN NEDŽAD, Inspektor der II. Verwaltung SDB-a SR BiH, aus dem Referat zum Thema: “CHARAKTERISTISCHE AKTIVITÄTEN DER HDP – MIT BESONDERER HINWEIS AUF DEN BRENNPUNK IN DER BR DEUTSCHLAND”, Materialien der Fachberatung der Mitarbeiter des SDB, abgehalten in Sarajevo am 23. und 24. Oktober 1986.

In einer Depesche des Zentrums für Staatssicherheit Split, erstellt aufgrund des Gespräches mit dem Mitarbeiter “Dejan”, Boris Lukšić, wird der Aufenthalt dieses Mitarbeiters in Paraguay bei Miro Barešić beschrieben wo “Dejan den besten Freund des Terroristen  Barešić, Ramirez Carlos kennengelernt hat.”

Darüber, dass der UDBA-Agent Milan Dorič berichtet hat, dass sich das deutsche BfV bei ihn informiert habe ob der Präsident der HDP, Nikola Štedul, für den KGB arbeite, habe ich schon geschrieben.

Es ist nicht überflüssig hinzuzufügen, dass der Resident des KGB in der DDR von 1985. bis 1990. der jetzige Präsident der Russischen Federation, Vladimir Putin, war. Dieser musste mit den Aktivitäten der Organisation Carlos in der DDR und deren Beziehungen zur HDP vertraut gewesen sein.

Die Forderung nach einer Auslieferung Weinrichs, im Falle dass man erfahren hätte dass er in Jugoslawien sei, hätte aus Frankreich, Italien und Westdeutschland kommen können. Der syrische Geheimdienste wusste schon dass Weinrich, der einen syrischen Pass hatte, verhaftet war und bot Jugoslawien an diesen an Syrien weiterzuleiten. Die jugoslawische Bundesspitze entschieden, dass keine Gerichtsverfahren gegen Weinrich und seine Mitarbeiterin aus Beograd, Neda Radonić, eingeleitet werden damit der Westen nicht seine Auslieferung verlange und andererseits nicht diejenigen verärgert werden die hinter Carlos stehen.

Deshalb haben sie den Deutschen Ende Oktober 1983. freigelassen und zugelassen dass er nach Syrien ausreist. Aber gleichzeitig hat der Bundesinnenminister Stane Dolanc auf der Sitzung des Bundesrates für Verfassungsangelegenheiten berichtet, dass er sich schriftlich an den Chef des syrischen Geheimdienstes wenden und auf “Weinrichs unzulässigen Aktivitäten in Jugoslawien” hinweisen werde, sowie dass der Bundesaussenminister Lazar Mojsov danach mit seinem syrischen Kollegen sprechen werde. Unter dem Punkt Verschiedenes hat Dolanc den Mitgliedern des Bundesausschusses den Inhalt seiner Gespräche mit dem deutschen Aussenminister Friedrich Zimmerman berichtet und abschließend festgestellt:

d) Zimmerman, Aussenminister der Bundesrepublik Deutschland, nimmt die Zusammenarbeit mit dem (jugosalwischen a.d.Ue.) Bundessekretariat für inneren Verfassungsschutz an und bietet fachliche Hilfe in der Zeit der Abhaltung der Olympischen Winterspiele in Sarajevo an. Bei dieser Gelegenheit hat Lazar Mojsov auf mögliche Eskalation terroristischer Aktivitäten nach dem Neujahr 1984. sowie politische und andere Implikationen hingewiesen, welche in dieser Zeit in unserem Staat entstehen könnten. Der Rat hat, den Warnungen Lazar Mojsovs folgend, seine volle Unterstützung für Massnahmen und Aktivitäten der Organe für innere Angelegenheiten zugesagt welche das Ziel haben dass die Olympischen Winterspiele ohne Zwischenfälle verlaufen.

Sekretär: Ilija Jovović, Vorsitzender: Lazar Koliševski, Protokollführer der ausserordentlichen Sitzung des Bundessekretariates für inneren Verfassungsschutz, abgehalten am 18. Oktober in Beograd mit Beginn um 10 Uhr.

Carlos, Dolanc, Gaži
Der jugoslawische Bundesminister Stane Dolanc und der Innenminister der Republik Kroatien Pavle Gaži im Mai 1983., weniger als drei Monate vor der Ermordung Stjepan Đureković in Deutschland, anlässlich der Begehung der Polizeiakademie in der Svetošimunska Strasse in Zagreb.

Wenn alle verfügbaren Informationen zusammengefügt werden wird klarer warum die deutschen Rechtsorgane die Fälle Zagajski und Đureković zum Ruhen gebracht haben. Die UDBA befahl und organisierte diese Morde die jedoch, wie es scheint, von kroatischen Terroristen welche Verbindungen zur Carlos Organisation, einige Rädelsführer vermutlich auch direkt mit dem KGB verbunden waren, ausgeführt worden sind.

Auf diese Art hat die HDP Emigranten eliminiert welche für sie eine Konkurrenz darstellten, sich aber als einzig fähige Kämpfer gegen Jugoslawien dargestellt, aber auch den Westen, welcher besterbt war Jugoslawien zu erhalten oder ein neues zu gründen, als unfähig darzustellen. Andererseits waren die Terroristen der HDP zeitweise zweifach gebunden: seitens der deutschen Dienste, aber auch seitens Carlos.

Deshalb haben sie keine “Unannehmlichkeiten” in Deutschland gemacht, so auch nicht zur Zeit der Olympischen Winterspiele in Sarajevo im Februar 1984., welche der Vorsitzende des Präsidiums der SFRJ Mika Špiljak eröffnet hatte. Jugoslawien wollte es sich seinerzeit nicht mit der UDSSR verderben, welche die Terroristen kontrollierte, und hat deshalb Weinrich nach Syrien ausreisen lassen, (auch das deutsche Dossier nennt Syrien als Land in welchem Carlos eine Stütze und Kontakte mit dem KGB hatte) aber auch nicht mit dem Westen, vornehmlich nicht mit Deutschland. Deshalb hat Jugoslawien nicht darauf bestanden, dass mit der Praxis gebrochen wird Flüchtlingen aus der DDR Zuflucht in diplomatischen Vertretungen der BRD in der SFRJ zu gewähren.

So sind die Fälle Zagajski und Đureković Thema der Gespräche zwischen dem deutschen Aussenminister Hans-Dietrich Genscher und seines Kollegen Raif Dizdarević erst am 31.1. und 01.02.1985. in Beograd geworden.

Der aufrichtige engagierte kroatische Intellektuelle aus der Schweiz, Dr. Jure Petričević, hat nur Mittels der Analyze der Berichte den wahren Hintergrund dieser Geschehnisse dargelegt. Er hat im Artikel “Die jugoslawisch-sowjetische terroristische Organisation HDP droht öffentlich mit Morden und führt die kroatische Revolution aus”, veröffentlicht 1987. in seiner Publikation “Knjižnica slobode” die Genese der Verbindung zwischen der kroatischen Emigration und der UDSSR dargelegt.

Mit dieser Idee meldete sich bei ihm als erster Velimir Tomulić im Schreiben vom 6. Dezember 1967.

Grundsätzlich, breiter betrachtet, ist ein Konflikt grösseren Ausmasses in den Mittel-Ländern zu erwarten wo die Amerikaner nach neuesten Informationen, wenn auch nicht sofort, einen permanenten Kriesenherd schaffen wollen…Als eine grundlegende Komponente für die Vorbereitung neuer Lösungen ist das Insistieren auf eine sowjetischen Präsenz in den kroatischen Ländern, insbesondere in Zagreb. (Was Zagreb betrifft, ist die Rede von der Eröffnung seines sowjetischen Konzulats, was später auch verwirklicht worden ist, und was im Hinblick auf die Bedeutung Kroatines auch normal ist. Anmerkung J. Petričević)

In diesem Sinne werde ich über den Kanal und die Kanäle die mir zur Verfügung stehen ein Schreiben an die sowjetische Regierung senden mit dem Verlangen eines breiteren Engagements der Russen bei uns. Einen Vorentwurf eines solchen Schreibens ist schon beim sowjetischen Außenministerium deponiert. In diesem wird der Wunsch geäussert die Soviets mögen Druck auf die Regierung in Belgrad ausüben ein Generalkonsulat in Zagreb zu eröffnen (de facto im Rang einer Botschaft für alle kroatischen Länder) sowie ein russisches Kulturzentrum.

Mit der Demonstration solch einer politisch-kulturellen sowjetischen Präsenz wäre eine Grundvoraussetzung für die Sondierung der kroatischen Frage auf dem internationalen Ebenen geschaffen und die Garantie dass die Sowjets gezwungen sein werden die Realisierung (in gleich welcher Form) der kroatischen Staatlichkeit zu unterstützen weil sie anderenfalls die direkte Bedrohung ihrer vitalen Interessen spüren würden. Was das “ideologische Risiko” eines solchen Engagements betrifft ist dieses nicht von grösserer politischer Tragweite und muss in Kauf genommen werden damit wir richtig die Position der kroatischen Frage auf der internationalen Ebene …. Letztlich bin ich der Auffassung, dass wir schon bald über die Verfassung eines Memorandums arbeiten sollten um dieses im geeignetem Moment (den uns die aussenpolitische Situation bald bringen kann) über diplomatische Kanäle den beiden Grossmächten und den europäischen Mächten zukommen lassen sollten. Ich bitte Sie in diesem Sinne ihre Mitarbeiter zu kontaktieren, vielleicht auch breiter gestreut in der Emigration, damit über die Schaffung eines bevollmächtigten und repräsentativen redaktionellen Memorandumskollegiums nachgedacht werden kann. Natürlich wäre dies ein Novum für die Nivellierung der übrigen politischen Aktivitäten welche sich uns aufdrängen würden… Ich erwarte, dass Sie mir in Ihrem Antwortschreiben einen Gesprächstermin hier in Basel vorschlagen. (Velimir Tomulić lebte seinerzeit in Basel bei Dragan Hazler welcher in der Schweiz wegen Spionage für die UDBA verurteilt worden ist A.ž.p.)

Carlos, KGB, Viktor Mihalovich Tschebrikov
Viktor Mihalovich Tschebrikov war Chef des KGB von Dezember 1982. bis Oktober 1988. Jugoslawien besuchte er 1986.

Petričević hat auf das Schreiben mit einem schärfer Kommentar geantwortet.

Dieser Plan war mit klar. Die Sowiet möchten zur Adria vorstossen um von dieser Seite aus ins Mittelmeer zu gelangen, mit dem Ziel, die Feindseligkeiten gegenüber Amerika und den anderen westlichen Staaten zu verschärfen. Da sie aber nicht in einen direkten Krieg mit Amerika treten, und damit die Vereinbarungen von Jalta nicht verletzen wollen, möchten sie dass sie von den Völkern Jugoslawiens zur friedlichen Okkupation eingeladen werden. In dieser Richtung arbeiten die Sowiets schon längere Zeit mit den Serben zusammen. Der bulgarischen Anspruch auf Makedonien und die makedonische Frage dient ihnen im Allgemeinen als geeignetes Mittel die Serben zu erpressen. Jetzt sollen die Kroaten, welche eine vollkommen untergeordnete Rolle im Lager des Kommunistischen Informationsbüros haben, in die sowietischen Pläne eingebunden werden, aufgrund des Versprechens eines “kroatischen Staates” die Sowjets nach Kroatien einladen damit die Sowjets auf der anderen Seite mit dem Argument der “kroatischen Loslösung” die Serben erpressen können. Die Kroaten müssten, wie Tomulićs Chefs ihm aus Beograd und Moskau schreiben, nur einige “ideologische Risiken” übernehmen welche “keine grössere politische Tragweite” haben, vielmehr diese als notwendiges Übel annehmen. Hinzu kommt noch die notwendige sowjetischen Präsenz in den “kroatischen Ländern”. Um diese sowjetische Politik zu verwirklichen müsste die kroatische Emigration vollkommen neue Organisationen und Bewegungen schaffen, und natürlich nationale Vertretungen sowie Memoranden schreiben in denen die Sowjetunion eingeladen wird sich in den “kroatischen Ländern zu präsentieren” und diese Memoranden den fremden Regierungen, diplomatischen Vertretungen und anderen einflussreichen Faktoren zur Kenntnis geben…

 

Petričević hat auch über Nikola Štedul geschrieben der aus Australien als KGB Agent ausgewiesen worden ist und welcher die prosowietischen Ideen Tomulićs fortsetzte, über Morddrohungen die er wegen solcher Einstellung über den “Hrvatski tjednik” erhielt dessen Chefredakteur Dinko Dedić war…

Den Artikel beendete er mit der Feststellung:

Die enge Zusammenarbeit der jugoslawischen Führung auf breiter Ebene mit der Sowietunion bestätigte der Dienstbesuch der höchsten KGB-Chefs V. Tchebrikov in Jugoslawien im Dezember 1986. dessen Agenten in der HDP bis heute mit verdächtigen Erfolg ihre Arbeit verrichten.

Dieser Besuch hat Jugoslawien eine neue Perspektive der Entwicklung eröffnet.
Auf solche Beschuldigungen hat Nikola Štedul bislang mit der Behauptung geantwortet, dass die HDP nur deshalb zu Agenten des KGB ausgerufen worden sei weil sie die Politik Mihail Gorbatschows begrüsst habe.

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