Anto Nobilo über den Fall David Dragičević zum Zweiten

Warum spricht der Anwalt Anto Nobilo nicht über die Entführung von David Dragičević? Er wurde von Milorad Dodiks und Dragan Lukačs Polizei deshalb entführt, weil sie dachten, dass David ein Spion sei. Oberhalb von Dodik und Lukač gibt es in der Führungshierarchie niemanden, auf den Nobilo die Verantwortung abwälzen könnte, wie er es im Fall Perković-Đureković getan hat.

     Anto Nobilo ist auf eine elegante Weise in die Verteidigung von Milorad Dodik, (dem serbischen Mitglied der dreiköpfigen Präsidentschaft Bosnien und Herzegowinas) und Dragan Lukač (dem Minister des Polizeiressorts der Republik Srpska) eingesprungen. Aufgrund Nobilos Empfehlungen provozieren Dodik und Lukač aufeinander abgestimmt die Staatsanwaltschaft der Republik Srpska, weswegen der Fall von David Dragičević bis heute noch nicht geklärt ist. Um sich selbst zu verteidigen, hat sich Lukač sogar öffentlich auf Nobilos Aussagen bezogen, die er beim Verlassen des Anwaltsteams von Davor Dragičević geäussert hat, nämlich: Dass die Polizei nichts mit dem Mord an David Dragičević zu tun hat.

    Die Demonstrationen „Gerechtigkeit für David“ haben nach den fragwürdigen Polizeiaktionen, in welcher die Eltern des getöteten Jungen, Suzana und Davor verhaftet wurden, eine bemerkenswerte internationale Aufmerksamkeit erlangt. Die Brutalität beim Vorgehen der Polizei, die mit der grössten Wahrscheinlichkeit gleichzeitig für den Tod dieses Jungen verantwortlich ist, bei der Durchführung der Verhaftungen, hat dazu geführt, dass die Gruppe „Gerechtigkeit für David“ die Absetzung von Dragan Lukač als Polizeiminister zu fordern.

Das Blut von Nedzad Dizdarević (17) auf dem Gewissen

Dodiks wichtigster Schlägerbursche Lukač trägt auf seinem Gewissen die Ermordung des 17-jährigen Nedžad Dizdarević aus Sokolac bei Bihać. Das geschah 1994. Er hat die Verhaftung von Davids Eltern und ihren Mitstreitern veranlasst, angeblich aus Furcht um seine eigenen Kinder. Er stellt seine Kinder als Schutzschild zwischen sich und den Dämonen seiner Vergangenheit. Deren Privatsphäre opfert er öffentlich um den Druck zu beenden, die Wahrheit über die Ermordung von David aufdecken zu müssen. Das würde sonst in diesem Fall heissen, dass die vollumfängliche Verantwortung der Polizei bezüglich der Entführung, Ermordung und Vertuschung bestätigt werden würde. ​

Lukač wurde nie zur Verantwortung für die Ermordung des 17-jährigen bosniakischen Kriegsgefangen Nedžad Dizdarević zur Verantwortung gezogen. Dabei existiert eine Videoaufzeichnung, in welcher Lukač den ihm untergeordneten Polizisten befiehlt, dass man den Unglücklichen abführen soll, worauf der Gefangene wie ein Opferschaf rituell abgeschlachtet wurde. Diese Videoaufzeichnung ist seit vier Jahren jedermann öffentlich zugänglich.

Das, was David David Dragičević widerfahren ist, kann aufgrund der bis jetzt vorliegenden Informationen unmittelbar mit dem Fazit von Anto Nobilo verglichen werden, das er beim Fall über die Ermordung von Stjepan Đureković aufgestellt hat, bei welchem sein Klient Josip Perković für schuldig befunden wurde: „Es handelt sich dabei um eine Entführung seitens der Regierung, die schief gelaufen ist.“ Gemäss dessen, was bisher einzelne an der Mord-Untersuchung Beteiligte über Davids Ermordung verlautbart haben, kam David an Informationen heran über die Beteiligung gewisser Mitglieder der Regierung am Drogenhandel und der Existenz von Geldbeträgen unbekannter Provenienz, die im Zusammenhang mit dem Drogenhandel stehen und um die Konten einzelner Regierungsmitglieder kreisen.  

Nobilo, Lukac, Dodik

Dragan Lukač und Milorad Dodik wollen, dass die Polizei eine Armee der Republika Srpska bildet.

Die Entführung von Dragičevićs Spion?

Die Regierung befürchtete, dass David diese Informationen mit der Öffentlichkeit teilen könnte, oder, wie es Dodik ausdrückte: „mit den gefährlichen einheimischen und ausländischen Kräften“. David wurde deshalb entführt, um herauszufinden, was er alles wisse und um ihn zum Schweigen zu bewegen. Es stellte sich jedoch heraus, dass die Untergebenen von Lukač die Schule und die Praxis der Metzger absolviert haben und nicht die Schule und Praxis der Berufe, die sie heute ausüben. Das zeigte sich an ihrem Vorgehen und Handeln bei den Verhaftungen und Einkerkerung der Demonstranten aus der Gruppe „Gerechtigkeit für David“ am 25. Dezember, d. h. an Weihnachten gemäss dem gregorianischen Kalender. Vor den Kameras haben sie auf die Demonstranten eingeprügelt, sogar die Schusswaffen gezückt, sie schlugen auch während der Untersuchungshaft. Wer würde von so einem Team erwarten, dass sie mit einem Entführten kultiviert umgehen würden, ohne Anwendung von roher Gewalt? Wer hätte von der Entführung wissen können, und tatsächlich erwarten, dass sie nicht „schiefgehen“ würde?

Dragan Lukač hat sich im Fernsehsender Al Jazeera 2016 mit der Behauptung rechtfertigt, dass er nicht den Befehl zur Ermordung von Nedžad Dizdarević erteilt habe, sondern leidglich den Befehl, ihn abzuführen und mit ihm gemäss den Vorgaben der Genfer Konvention weiter zu verfahren. Es ging ihm (im Moment der Videoaufzeichnung) lediglich darum, zu sehen wie der Feind, gegen welchen er Krieg führt, im wahren Leben aussieht. Aus diesem Grund sei er an den Gefangenen herangetreten. Daraufhin richtete er an den ihn eine Frage. Als dieser ihm keine Antwort gab, befahl er, ihn abzuführen. Er sei davon ausgegangen, so führte er im Fernsehen weiter aus, dass mit ihm so würde verfahren werden wie in anderen ähnlichen Fällen, beziehungsweise im Einklang mit der Genfer Konvention. Gemäss seinen Worten habe er bis nach dem Ende des Krieges nicht gewusst, was weiter mit diesem Kriegsgefangenen geschehen war. Dieser Fall unterscheidet sich nur in einem juristischen Aspekt von den Fällen Djureković und Dragičević, und zwar in der Berücksichtigung der herrschenden Kriegssituation. Das war (eine weitere) Gefangennahme, die „schief gelaufen“ ist.

 Mujkić getötet, weil der für die bosnischen Serben spioniert hat?

Anto Nobilo hat nach seinem Austritt aus dem Anwaltsteam von Davor Dragičević die Regierung der Republika Srpska mit der Behauptung in Schutz genommen, sie habe nichts mit dem Mord an David Dragičević zu tun. Für Dragan Lukač waren Nobilos Behauptungen die Basis seiner Selbstverteidigung. Nobilo hatte schon einmal einen Fall, der diesem sehr ähnlich sah. Er hat die Familie von Šefik Mujkić juristisch vertreten. Šefik Mujkić wurde von den Agenten des SZUP Zlatko Plazibat und Miroslav Tarnaj Mitte September im Polizeigebäude von Slavonski Brod zu Tode geprügelt. Der verstorbene Mujkić hat die Kontakte mit dem Geheimdienst der bosnischen Serben zustandegebracht, welche vom kroatischen Geheimdienst angestossen wurde. Mujkić war der Vermittler zwischen diesen beiden Geheimdiensten. Nicht selten hat er ausser Informationen auch Geldbeträge vermittelt. Nach einer solchen Vermittlung haben ihn die Agenten des SZUP für eine sogenannte Klärung bestellt. Er musste ihnen erklären, wo das Geld verschwunden sei, dass der kroatische Geheimdienst über ihn an den serbisch-bosnischen Geheimdienst gesandt hatte. Bei der Anwendung von übermässiger Gewalt hat Mujkićs Herz versagt.

 Nobilo hat im Namen von Mujkićs Familie den kroatischen Staat angeklagt, den Prozess gewonnen und damit eine Entschädigung für den immateriellen Schaden erfochten. Es war in diesem Fall jedoch so, dass niemand aus der kroatischen Regierung behauptet hatte, in keinem Zusammenhang mit Mujkić zu stehen, wie das Nobilo jetzt von der Polizei von Dodik und Lukač behauptet. Die kroatische Polizei hat sich bei ihrer Verteidigung auf den Standpunkt gestellt, dass Mujkić Herzversagen nicht von der Misshandlung herrührte, sondern von der Schwere der Beweise über seine Zusammenarbeit mit dem bosnisch-serbischen Geheimdienstes, welche ihm die Agenten des kroatischen Geheimdienstes vor Augen führen.

Nobilo, Špiljak, Lukač, Dodik

Präsident der SFRY-Präsidentschaft Mika Špiljak bei der Eröffnung der Olympischen Winterspiele 1984 in Sarajevo.

Gebt die gesamte Schuld den Toten!

Was den Fall Djureković betrifft, welche Nobilo mit der Phrase interpretierte: „Eine Entführung, die schief gelaufen sei“, so hat er mit dieser versucht, die Schuld seines Klienten Josip Perković von ihm zu weisen und sie an die verstorbenen Stane Dolanc und Željko Ražnatović Arkan weiterzuleiten. Stjepan Djureković war ein deutscher Spion, bezeugte ihm noch ein Zeuge aus der Republika Srpska, der ehemalige Oberst der KOS, Milan Damjanović. Aber Spione hat die UDBA nicht getötet, sondern üblicherweise entführt. Die bundesstaatliche UDBA mit Stane Dolanc an der Spitze hat die Entführung von Djurekovic organisiert. Doch derjenige, der mit ihrer Ausführung betraut wurde, der serbisch-montenegrinische Kriminelle Željko Ražnatović Arkan, hat die Sache gehörig vermasselt und die Wände der Garage, in welcher der ermordete Djurekovic gefunden wurde, mit Blut befleckt.

 Warum spricht Nobilo nicht über die Entführung von David Dragičević? Die Polizei von Dodik und Lukač hat ihn entführt, weil sie geglaubt haben, David sei ein Spion. Hierarchisch gibt es oberhalb von Dodik und Lukač niemanden, dem Nobilo die Schuld weiterschieben könnte wie im Fall Perković-Djureković. Aus diesem Grund reitet er an der Staatsanwaltschaft der Republika Srpska herum. Denn, ja, allerdings, die Polizei hat gewisse unbeabsichtigte Fehler gemacht am Anfang, doch später gelangte man dennoch zu wichtigen Beweisen über die in den Mord involvierten Personen. Ausserdem hätte man auch eine Anklage gegen der Kriminaltechniker der Polizei erheben können, welcher die als Beweis tauglichen Videoaufnahmen gelöscht hat oder den Pathologen, der einen irreführenden, da falschen Obduktionsbericht verfasst hat.

All dies sprach Nobilo aus zu einer Zeit, als der tatsächliche Anwalt von Davor Dragičević, Ifet Feraget, bekannt machte, dass er Kontakt zum Hauptkläger der Republika Srpska aufgenommen hat, und dass ihm dieser versprochen habe, dass er nach dem Erhalt weiterer forensischer Analysen dringend eine Anklage erheben wird. An der Pressekonferenz, hat der Minister der Polizei der Republika Srpska, Dragan Lukač, Nobilo gelobt. Den Anwalt Feraget hat er dabei dahingehend diffamiert, in dem er behauptete, Feraget würde im Auftrag ausländischer Machtzentren agieren und dass es Feraget gewesen sei, der Davor Dragicevic überredet habe, die Einladung zur Befragung auf der Polizeistation nicht Folge zu leisten, die aufgrund der Drohungen, die Lukač erhalten habe, durchgeführt werden sollte. Während Lukačs Polizei die Eltern von David Dragicevic und andere engagierte Personen aus der Gruppe „Gerechtigkeit für David“ verhaftete, hatte Milorad Dodik, in seiner Funktion als Mitglied des dreiköpfigen Präsidiums von Bosnien und Herzegowina, ein Treffen mit der russischen Botschafter in Bosnien-Herzegowina. Natürlich nahm er es den Botschaftern der EU übel, dass sie sich in die „internen Fragen der Republika Srpska und in das Funktionieren ihrer Regierung“ eingemischt haben, als diese die Vorgehensweise der Polizei an Gregorianisches Weihnachten in Banja Luka verurteilt haben.

 

Dodik hat die ausländischen Geheimdienste vor Lukac und Dodik in die öffentliche Diskussion verwickelt

Anto Nobilo hat während seiner Aufkündigung der Zusammenarbeit und der juristischen Vollmacht gegenüber Davor Dragičević ausgesagt, dass sein ehemaliger Klient vom britischen Geheimdienst manipuliert werde. Damit hat Nobilo für Dragan Lukač und Milorad Dodik einen ganzen Argumentationsrahmen für ihre Verteidigung und für die Angriffe auf Ifet Feraget, die Botschafter der EU in Sarajevo und Davor Dragičević geliefert.

 

Neu behauptete Dodik zudem in einem Interview für den Belgrader Kurir:

„Hinter ihnen steht ein ausländischer Faktor, zuvorderst Grossbritannien, mit dem Ziel die Regierung in der Republika Srpska und in Serbien zu stürzen. Das Hauptmotiv für die Erzeugung von Instabilität ist die Absicht des Westens, den russischen Einfluss in dieser Region einzugrenzen.“

„Grossbritannien hat 6 Millionen Pfund für die Eindämmung des russischen Einflusses hier zur Verfügung gestellt. Das heisst, dass dieses Geld verschiedenen NGO‘s, Medien etc. eingeflösst wurde, um eine Instabilität zu erzeugen und die Regierung in Belgrad und der Republika Srpska zu stürzen. Warum sollte jemand denken, dass die Massstäbe ihrer Politik gegenüber Russland auch für uns hier verbindlich sein sollten?! Das kann nicht sein.“

 

Anto Nobilo ist in der Öffentlichkeit nie näher an die Interessen der Russischen Föderation im ehemaligen Jugoslawien herangekommen. Die USA und die EU können Dodik nicht leiden, aber er ist für Aleksandar Vučić und Vladimir Putin sehr wichtig. Für Anto Nobilo war bei seiner Verteidigung von Josip Perković Vanjka Špiljak, ein kroatisch-schweizerischer Anleger in der Republika Srpska und in der Republik Serbien,  äusserst wichtig. In seinem Buch „Obrana Josipa Perkovića“ („Die Verteidigung von Josip Perković) hat Anto Nobilo an 83 Stellen in seinem Buch den Namen Špiljak in einem positiven Kontext erwähnt. Er behauptet bewiesen zu haben, dass Mika Špiljak und sein Sohn Vanjka keine Verbindung zum Mord von Stjepan Djureković hatten, trotz des Urteils gegen Krunoslav Prates aus demselben Fall, in welchem sie direkt in den Zusammenhang mit dem erwähnten Mord gebracht wurden.

 

Nobilo, Feraget, Dragičević

Nobilo, Feraget und Dragičević wurden letzten Sommer fotografiert.

Vanjka Špiljak  wurde gemäss einem Bericht des Magazins Dani aus dem Jahr 2000 bereits 1998 als Vertreter der Erdöl-Firma INA von der damaligen Präsidentin der Republika Srpska, der Mentorin von Milorad Dodik und einer in der Zwischenzeit verurteilten Kriegsverbrecherin, Biljana Plavšić feierlich empfangen. Dani berichtete, dass darauffolgend auch ein Treffen mit dem Premier der RS, Milorad Dodik, stattgefunden hat.

 

Die Beziehungen von Špiljak mit Plavšić, Dodik, Tuđman, Milošević…

Diese Kontaktaufnahmen fallen in den gleichen Zeitraum mit Vanjkas Treffen mit dem kroatischen Präsidenten Franjo Tudjman 1999. An diesem Treffen wurde vereinbart, dass Spiljak zwischen dem kroatischen Präsidenten und Slobodan Milosevic vermittelt. Vanjka rühmte sich damit, Milosevic aus seiner Zeit bei INA gut zu kennen, denn zur gleichen Zeit war Milošević Direktor von „Tehnogas“ in Serbien.

Vanjka gründete 1999 in Zürich die Firma Mitan Handels AG. Er gibt sich nicht mehr als Unterhändler von INA aus, der mit der Regierung der Republika Srpska über die Rückgabe des INA-Vermögens verhandelt hatte. Dieses Vermögen wurde von der Republika Srpska , nationalisiert und in „Krajinapetrol“ umbenannt. In den ersten Tagen von Dodiks Regierung wird Spiljak der Eigentümer von 12,13 Prozent von Krajinapetrol. Gleichzeitig wird er der Zulieferer von Treibstoff für die SFOR. In dieses Millionengeschäft band er auch einzelne Personen aus dem nahen Umfeld von Dodik ein. Der Verdienst war enorm, weil er für dieses Geschäft keine Steuern an die Republika Srpska zahlen musste.

 

Im Jahr 2013 hat Vanja in der Freien Zone in Smederevo sein Ölterminal eröffnet. Im Besitz dieses Terminals befindet sich auch die serbische Staatsfirma „Nafta“. Das Geschäft von Spiljak erblühte während der Zeit von Aleksandar Vucic. Sein Ölterminal befindet sich auf der Route des „South Stream“, der geplanten Pipeline, die dazu gedacht war, russisches Gas über Serbien nach Europa zu befördern. Aufgrund der russischen Aggression in der Ukraine hat die EU den Bau des South Streams blockiert. Aleksandar Vučić versäumt keine Gelegenheit, die EU dafür zu kritisieren, in dem er wiederholt kommentierte, dass es sich dabei um Scheinheiligkeit handelte: Während die Deutschen mit russischem Erdgas heizen, den sie über die Nord Stream Pipeline beziehen, müssen die Serben frieren, weil der Aufbau der South Stream von Angela Merkel blockiert wurde.

 

Aleksandar Vučić hat den schwedischen Premier mit den Erzeugnissen von Špiljaks Firma „Standard“ aus Cuprija beschenkt. Diese Firma hat eine Schwesterfirma in Prijedor, in der Republika Srpska. Diese wird von Slavko Malobabić überwacht. Dieser wurde 1985 von Mika Špiljak als Berater im Kabinett des Vorsitzenden der Präsidentschaft CK SKH (des zentralen Komitees des Bundes der Kommunisten Kroatiens) angestellt. Malobabić wurde später der Chef des Kabinetts von Stanko Stojčević, welcher die Stelle des Vorsitzenden der Kroatischen Partei von Mika Špiljak übernommen hat. Malobabić flüchtete aus Kroatien gegen Ende des Jahres 1991 weil herauskam, dass er ein wichtiges Mitglied der Gruppe Labrador war, einer terroristischen Gruppierung welche von KOS (dem jugoslawischen Militärgeheimdienst) gegründeten worden war. Er fand Zuflucht in Banja Luka, wo eine Zeitlang während des Krieges auch sein ehemaliger Chef Stanko Stojčević weilte.

 

Die schweizerische Verbindung in der Verteidigung von Dodik und Vućić

 

Wie konkret Vanja Špiljak, und über ihn auch Anto Nobilo, in Verbindung steht mit der Verteidigung des Regimes von Milorad Dodik, zeigt vielleicht am anschaulichsten die Tatsache, dass an Weihnachten, dem 25. Dezember 2018, die Polizei von Dragan Lukač zweimal den Angehörigen des Parlaments Draško Stanivuković verhaftet und Gewalt an ihm ausgeübt hat. Der gleiche junge Politiker hatte letztes Jahr gegen die Korruption zwischen Spiljaks Firma und der Regierung Dodiks demonstriert, genauer wegen des Personaltransfers des Sohnes von Slavko Malobabic, Veliša Malobabić von der Firma Standard in Prnjavor zum Kabinettschef des Präsidenten des Stadtparlaments von Banja Luka.

 

Nobilo, Mitan, Špiljak

Links im Bild ist der Schweizer Botschafter in Belgrad Philippe Guex, und in der Mitte ist der kroatische Gordan Bakota zu sehen. Promo-Aufnahme vom Mitan-Öl Fest in Belgrad

Die kroatische Regierung ist gegenwärtig schwer in Verbindung zu bringen mit dem Engagement von Anton Nobilo in der Republika Srpska. Der ehemalige Präsident Ivo Josipović, der sich gegen die Auslieferung von Nobilos Klienten Josip Perković an Deutschland ausgesprochen hatte, und zwar dadurch, dass er in der Öffentlichkeit das Auftreten dessen Sohnes Saša  als seinen Berater für die nationale Sicherheit hartnäckig betont hatte, beehrte die Promotion von Nobilos Buch über die Verteidigung von Perkovic mit seiner Anwesenheit. Wegen seiner Mitarbeit mit Milorad Dodik wurde Ivo Josipović auch von den bosnischen Franziskanern, genauer von Fra Petar Jeleč, kritisiert.

Doch, im diesem Moment ist er der ehemalige Präsident. Die aktuelle Präsidentin befindet sich in der Defensive was jegliche Unterstützung gegenüber irgendeinem Gegenstand betrifft, welcher dem gegenwärtigen Premier Andrej Plenković einen politischen Schaden zufügen könnte.

Aber, wenn Vanjka Špiljak in die Gleichung dieser Geschichte eingefügt wird, dann resultiert daraus eine unangenehme Situation für die kroatische und die schweizerische Regierung. Auf der Jubiläumsfeier der Mitan Oil Srbija letztes Jahr in Belgrad, wurde die Feierlichkeit durch die Präsenz des kroatischen Botschafters Gordan Bakota und des schweizerischen Botschafters Philippe Guex bereichert.

Der schweizerische Botschafter mag es hervorzuheben, dass Špiljaks Mitan Oil in Serbien über 20 Millionen Euro investiert hat und dass es in  Serbien 5% des europäischen Erdölbedarfs lagern kann.

Seit März 2014 gibt es die Schweizerisch-Serbische Handelskammer. Sie wurde feierlich ins Leben gerufen vom Bundespräsidenten Didier Burkhalter und dem Vizepräsidenten der serbischen Regierung Aleksandar Vučić. Beide Firmen von Špiljak, Mitan Oil und Standard Ćuprija sind Mitglieder dieser Handelskammer. Der Direktor von Standard Edin Dacić ist Mitglied ihres Verwaltungsausschusses. Derselbe Edin Dacić ist auch der Direktor von Špiljaks Firma Standard in Prnjavor.

 Die Schweiz ist kein Mitglied der EU, daher kann es vorkommen, dass ihre aussenpolitischen Interessen nicht die gleichen wie die der EU sind. In welchem Ausmass dies auch der Fall ist in der Frage nach den Führungspersönlichkeiten der Republika Srpska und der Republik Serbien, Milorad Dodik und Aleksandar Vučić, das muss sich in den nächsten Wochen erst noch zeigen.

 

Kroatische Version des Artikels

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