Die Rolle der Schweizer Diplomatie und Banken in den Zerfall Jugoslawiens (1)

Ihr dürfen nicht Milorad Dodik berühren, wenn ihr die verfolgten Aktivisten der Bewegung Gerechtigkeit für David schützen möchten, weil es möglicherweise Aleksandar Vučić wütend werde. Ihr dürfen Edin Dacić und Vanjka Špiljak nicht untersuchen. Die Schweizer Behörden es nicht mögen. Das Nationale Interesse hat Vorrang vor dem öffentlichen Interesse.

Kürzlich weigerten sich die Schweizer Behörden, einer verfolgten Aktivistin der Bewegung Gerechtigkeit für David (Pravda za Davida) aus Banja Luka, Asyl zu gewähren. Niemand in den Massenmedien der Schweiz hat darüber etwas veröffentlicht. Dies ist nicht überraschend, da die SRF weniger als alle anderen öffentlichen Medien in der Region und in Europa über supranationale Proteste gegen Korruption in der Republika Srpska berichtet hat. Googles Suche nach “Gerechtigkeit für David SRF Banja Luka” ergab nur vier Treffer. Es ist interessant, dass  nur der ehemaliger SRF-Korrespondent aus Belgrad für den Westbalkan, Georg Häsler Sansano, in seinem Fanzine “Büro Belgrad” die Asylverweigerung für Sofija Grmuša angekündigt hat.

 

Schweizer Gerechtigkeit für David
“Beim SEM sind gegenwärtig mindestens zwei weitere Fälle von Asylsuchenden aus dem Umfeld von «Gerechtigkeit für David» hängig”, schreibt Georg Häsler Sansano. Werden die Schweizer Behörden, und diese Opfer des Regimes von Milorad Dodik, vertreiben?

Dieser Fall steht in engem Zusammenhang mit dem Thema aus dem vorherigen Text “Edin Dacić, der Nationalstolz der Schweiz”. Die Schweizer Diplomatie hat ein starkes finanzielles Interesse an der Republika Srpska, weshalb Menschenrechtsverletzungen in dieser Entität in Bosnien und Herzegowina in den zweiten Plan wegstellen sind. Facebook-Seite “Die Schweizer Botschaft in Bosnien und Herzegowina” lobt häufig die Geschäftstätigkeit von Edin Dacić in der Republika Srpska, immer fälschlich erklärt, dass ihm die Firma Standard aus Prnjavor gehört.

Edin Dacić ist Inhaber der Firma Daccomet aus der Schweiz. Sein Unternehmen besitzt zwei Möbelfabriken und eine davon ist Standard von Prnjavor in Bosnien und Herzegowina. Mit Unterstützung des Schweizerischen SECO-Startfonds beschäftigt Standard heute 370 Mitarbeiter und exportiert Möbel in Märkte außerhalb von Bosnien und Herzegowina. In der Tageszeitung Neue Zürcher Zeitung schreibt der Journalist Andreas Ernst über die Reise von Edin Dacić als Einwanderer in die Schweiz und über seinen Weg, ein erfolgreicher Unternehmer zu werden.
Originalartikel der NZZ in deutscher Sprache unter http://bit.ly/2pt3xve. Die Übersetzung ist auf dem Nachrichtenportal Akta.ba unter http://bit.ly/2oD8bYt verfügbar.

Die Schweizer Botschaft in Bosnien und Herzegowina, 28. April 2017

Die schweizerische Genauigkeit ist sprichwörtlich. Dies steht in völligem Widerspruch zur Verbreitung falscher Informationen der berühmtesten Schweizer Zeitung NZZ und der Schweizer Diplomatie, dass Edin Dacić Inhaber von Daccomet und seiner Tochtergesellschaften in der Republika Srpska und in Serbien ist. Andreas Ernst ist ein seriöser Autor. Er könnte sich nur die Website des Handelsregister oder Mitan Holding ansehen. Der Journalist konnte leicht feststellen, dass Edin Dacić ist nicht Eigentümer dieser Unternehmen. Dasselbe war Christoph Aebischer ‘Berner Oberländer/Thuner Tagblatt), Markus Reisle von DEZA und Schweizer Diplomaten tun könnte. Edin Dacić ist Manager in den Firmen von Vanjka Špiljak. 

Schweizer Andrea Rauber Saxer
Die Schweizer Botschaft in Bosnien und Herzegowina hat am 28. September 2017 auf Facebook veröffentlicht: “Tolle Erfolgsgeschichte von Prnjavor! Die Schweizer Botschafterin in BiH Andrea Rauber Saxer besuchte die Möbelfabrik Standard in Prnjavor. Die Fabrik ist Teil der Schweizer Firma Daccomet, die Edin Dacić gehört.
Heute beschäftigt Standard mehr als 380 Mitarbeiter und exportiert IKEA-Möbel in die Märkte weltweit.”

Markus Reisle (DEZA, EDA) hat meine Fragen zu Dacić nie beantwortet.

02.10.2018., um 10:46, Zeljko Peratovic <……[email protected]> schrieb:

Sehr geehrter Herr Reisle!

Ich bin Željko Peratović, ein freier Journalist im Kanton Zürich wohnen. Ich arbeite gerade an der Geschichte internationaler Investitionen in den Ländern des ehemaligen Jugoslawien für Medien aus dem deutschsprachigen Raum. Ein besonderer Schwerpunkt meiner Forschung ist die Geldwäsche durch solche Investitionen.

Ich schreibe Ihnen, weil Ihr Name im Text der respektablen NZZ bezüglich einer dieser umstrittenen Investitionen in Prnjavor, BiH, erwähnt wird (Wenn Migranten zu Entwicklungshelfern werden). In diesem Sinne werde ich einige Fragen haben.

1. Haben Sie mit Edin Dacić, Mitinhaberin von Daccomet, zusammengearbeitet?
2. Haben Sie dem SECO empfohlen, dass das Unternehmen von Dacić eine Spende von 500’000 Franken von der Schweizer Regierung erhält?
3. Wussten Sie, dass Daccomet nicht nur im Besitz von Edin Dacić ist, sondern Teil der Mitan Holding ist?
4. Wussten Sie und die SECO Leute, dass er der Gründer und Inhaber der Mitan Holding war, sowie die Standard ad von Prnjavor, Herr Vanjka Špiljak aus Zollikon?
5. Herr Vanjka Špiljak war Zeuge der Anklage bei zwei Prozessen in München wegen der Ermordung seines ehemaligen Kollegen in der jugoslawischen INA-Ölgesellschaft Stjepan Đureković.
6. Wissen Sie und die Schweizer Regierung, aus welchen Quellen das Stammkapital von Herr Vanjka Špiljak stammt?
7. Wussten Sie, dass die beiden Urteile des deutschen Gerichts vor dem deutschen Gericht wegen Mordes an Stjepan Đureković feststellten, dass Herr Vanjka Špiljak mit Korruption in INA in Verbindung gebracht wurde und dass dies einer der Gründe für die Ermordung seinen Kollegen durch die jugoslawische Geheimpolizei war?
9. Wussten Sie, dass Herr Branko Traživuk, früherer Leiter der jugoslawischen Geheimpolizei in Zagreb, in der Standard von Prnjavor arbeitet oder gearbeitet hat und mit dem Mord an Stjepan Đureković zu tun hat?
10. Wussten Sie, dass der Leiter des Standard aus Prnjavor kürzlich Herr Slavko Malobabić war, einer der Anführer der vom ehemaligen jugoslawischen Geheimdienst der ehemaligen JNA eingesetzten Labrador-Terrorgruppe, die 1991 auf dem jüdischen Friedhof in Zagreb für die Explosion verantwortlich war?

Ich arbeite seit fast 30 Jahren an diesen Themen, aber Sie müssen kein Experte sein. Alles, was ich Sie fragte, konnte man sich im Internet finden.

Abschließend frage ich Sie: Unterstützt die Schweizer Regierung einen “Jungunternehmer” Dacić, der nicht aus BiH kommt, sondern aus Serbien (sein Vater kommt aus Sandžak, und diese Region gehört noch immer Serbien) oder einer großen Firma Mitan und einer korrupten Regierung in Banja Luka?

Bitte antworten Sie so schnell wie möglich auf meine Antwortanfrage.

Mit freundlichen Grüßen,

Željko Peratović

Das Schreiben über den Höhepunkt der Repression in Banja Luka, erklärte ich die Verbindung Dacić, Vanjka Špiljak und Schweizers Behörden mit den Regimen in Banja Luka und Belgrad.

Hat Vanjka Špiljak Milorad Dodik und Anto Nobilo zusammengebracht?

Anto Nobilo über den Fall David Dragičević zum Zweiten

Deshalb befürchte ich, dass mindestens zwei weitere Fälle von Asylsuchenden aus dem Umfeld von «Gerechtigkeit für David» als Fall Sofija Grmuša enden werden.

.Die Europäische Union hat unterschiedlichen Zugang auf dem westlichen Balkan von der Schweizer.

Schweizer EU Dragičević
EU Erweiterungskommissar Johannes Hahn im Nachgang zu einem Treffen im März mit einem Brief an die Mutter von David Dragičević gewandt: «Bitte seien Sie versichert, dass die Europäische Kommission den Fall Ihres Sohnes weiter verfolgen und das Streben der Bürger nach einer Stärkung der Rechtsstaatlichkeit unterstützen wird. Ich werde auch persönlich dafür sorgen, dass unsere Besorgnis über die gerichtlichen Folgemaßnahmen in der öffentlichen Debatte regelmäßig gehört wird. “

Der von SRF produzierte Dokumentarfilm über erfolgreiche Unternehmer mit Migrationshintergrund ist fertiggestellt. Die Hauptfigur in diesem Schweizer Nationalprojekt ist Edin Dacić. Das öffentlich-rechtliche Schweizer Radio und Fernsehen sowie der Filmregisseur Yusuf Yesilöz haben die Fragen zum Projekt noch nicht beantwortet. Die Forschungsgruppe aus Bremgarten konfrontiert mit Druck und Zensur.

Der “Forscher” aus EDA und OSZE versuchte zu Beginn mit den Provokationen eine journalistische Untersuchung zu untergraben. Es ist fantastisch, wie er versucht hat, das nationale Interesse der Schweiz zu schützen, und er wurde ab den 70er Jahren als Kind mit seinen Eltern aus Kroatien eingewandert. Er wurde 2014 Leiter der OSZE-Mission in Sandžak. Damals gründeten der Schweizer Präsident, der Außenminister und der OSZE-Vorsitzende, Didier Burkhalter, in Belgrad mit dem serbischen Ministerpräsidenten Aleksandar Vučić die Schweizerisch-Serbische Handelskammer.

Natürlich,  Edin Dacić  wurde sofort Mitglied des Verwaltungsrates der Kammer. Mitan Oil Serbia und Standard Ćuprija wurden zusammen mit den bekanntesten Schweizer Unternehmen der Welt Mitglieder der Schweizerisch-Serbischen Handelskammer. Es ist offensichtlich, dass diese Unternehmen im Besitz von Vanjka Špiljak sind. So schließen sich die Kreislinie dieses internationalen Skandals.

Ihr dürfen nicht Milorad Dodik berühren, wenn ihr die verfolgten Aktivisten der Bewegung Gerechtigkeit für David schützen möchten, weil es möglicherweise Aleksandar Vučić wütend werde. Ihr dürfen Edin Dacić und Vanjka Špiljak nicht untersuchen. Die Schweizer Behörden es nicht mögen. Das Nationale Interesse hat Vorrang vor dem öffentlichen Interesse.

Alles begann am Vorabend der Auflösung Jugoslawien. Vanjka Špiljak 1987 verlässt Mitglied des INA-Verwaltungsrates, wo er zuständig JNA-Angelegenheiten. Die Jugoslawische Volksarmee (JNA) hatte bis dahin Erdöl für INA aus Irak, Libyen und Syrien beschafft. Špiljak kommt nach Zürich, um den gleichen Job (aber viel freier) zu machen werden.

Die Schweiz hat im Mai 1987 die «Gründung zweier jugoslawischer Holdinggesellschaften in der Schweiz»:

  • Interina Holding AG, Zürich – Ein Jahresaufenthalter (kantonales Kontingent)
  • Commercina AG, Zug – Zwei Jahresaufenthalter (BIGA-Kontingent)

Die Schweiz wollte Jugoslawien förmlich helfen, indem sie ihn perspektivischer als die anderen sozialistischen Länder betrachtete. Diese Unternehmen befanden sich zum Teil im Eigentum des jugoslawischen Staates und zum Teil in Privatbesitz. Vanjka Špiljak vertretet in Interina Holding AG und Commercina AG formell nicht den Staat.

Schweiyer, Alexis Lauteberg
Botschafter Alexis Lautenberg war in den 80er Jahren Leiter des Finanz- und Wirtschaftsdiensts im EDA, ab 1993 Chef der Schweizer Delegation bei der EU. Er war 2013 Mitbegründer des Swiss Finance Council, der europapolitischen Plattform für die international tätigen Schweizer Finanzinstitutionen, deren Vorsitz er bis Anfang dieses 2018 innehatte. Er ist weiterhin Senior Advisor des Verwaltungsrats. Er ist der berühmteste Schweizer Diplomat und in vielerlei Hinsicht der wichtigste Vertreter der Behörden und Banken in unserer Story.

Die Fortsetzung folgt: Die Rolle der Schweizer Diplomatie und Banken in den Zerfall Jugoslawiens (2)

 

 

 

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